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Modellprojekt "Günstiges Wohnen für Pflegekräfte"

Präsentierten das Modellprojekt "Günstiges Wohnen für Pflegekräfte" (von links): Dipl.-Kfm. Ekkehard Zimmer, Dr. Eva-Maria Illigen-Günther, OB Thomas Geisel, Prof. Dr. Dr. Frank Schneider
© Landeshauptstadt Düsseldorf/Melanie Zanin

Modellprojekt "Günstiges Wohnen für Pflegekräfte"
Neues Gebäude an der Witzelstraße für Beschäftigte der Universitätsklinik - OB Thomas Geisel, SWD und Universitätsklinikum stellen Vereinbarung vor / Betriebliches Wohnen ist Standortfaktor und "wichtiges Signal an die Beschäftigten"

Die Stadt Düsseldorf, Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) und Städtische Wohnungsgesellschaft Düsseldorf (SWD) haben im Rathaus ein bisher einmaliges Konzept für gefördertes Wohnen von Beschäftigten präsentiert. Demnach stellt die SWD der UKD ein Gebäude an der Witzelstraße mit 159 Wohnungen zur Verfügung, in das Beschäftigte mit zumeist geringem Einkommen einziehen können.

„Die SWD handelt damit gleich doppelt im öffentlichen Interesse: Sie schafft bezahlbaren Wohnraum für Arbeitnehmer mit geringem oder mittlerem Einkommen und sorgt zugleich dafür, dass die Universitätsklinik ihrem Auftrag zur Gesundheitsversorgung der Bevölkerung weiter mit ausreichend Personal nachkommen kann. Für Unternehmen und öffentliche Institutionen wird Wohnen mehr und mehr zum Standortfaktor. Städtische Wohnungsgesellschaft und UKD haben mit ihrer Vereinbarung eine kreative Lösung gegen Personalnot bei der UKD gefunden, das auch Modell und Ansporn für andere Arbeitgeber sein könnte“, erklärte Oberbürgermeister Thomas Geisel. 

Das Gebäude liegt direkt gegenüber der Universitätsklinik und bietet so neben der Bezahlbarkeit auch einen weiteren Standortvorteil für bereits Beschäftigte und interessierte Jobsuchende. 

Für das Universitätsklinikum Düsseldorf ist das Projekt ein wichtiges Signal an die eigenen Beschäftigten und vor allem auch an Bewerberinnen und Bewerber, denn Fachkräfte sind im Klinikbereich Mangelware und werden dringend gesucht. Durch das Projekt an der Witzelstraße wird nach Fertigstellung Mitte 2020 die Anzahl an Mitarbeiterwohnungen schlagartig um 159 Wohnungen steigen. In einer attraktiven Stadt wie Düsseldorf, wo das Angebot an preisgünstigen Wohnungen den Bedarf nicht decken kann, ist das ein gutes Argument, um Bewerberinnen und Bewerber von einer Beschäftigung im UKD zu überzeugen.

„Das ist eine sensationelle Nachricht für unsere aktuellen und zukünftigen Beschäftigten. Es entsteht eine Lösung im Doppelpack: Die Stadt und das Universitätsklinikum Düsseldorf schaffen dringend benötigten Wohnraum für ebenso dringend benötigte Krankenhausmitarbeiterinnen und -mitarbeiter. Ich freue mich sehr, dass wir mit der SWD und der Stadt hier ein Projekt schaffen können, das Düsseldorf in mehrfacher Hinsicht hilft“, erläutert Prof. Dr. Dr. Frank Schneider, Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Direktor des UKD.

Die Wohnungen, die damit zukünftig den bereits im UKD arbeitenden und neuen Beschäftigten angeboten werden können, gliedern sich in mehrere Kategorien. Von den Wohnungen, die über das UKD vergeben werden, sind zwei Drittel für förderberechtigte Mieter reserviert, die aufgrund ihres geringeren Einkommens ansonsten nur schwer an Wohnraum in Düsseldorf gelangen könnten. So sind 79 Wohneinheiten öffentlich geförderter Mietwohnungsbau, für die ein Wohnberechtigungsschein A oder B benötigt wird. Weitere 31 Wohneinheiten sind preisgedämpfter Mietwohnungsbau - hier gilt die Einkommensgrenze des geförderten Wohnungsbaus zuzüglich 60 Prozent. Außerdem sind 49 Wohneinheiten freifinanziert und insbesondere für finanzkräftigere Mitarbeiter etwa aus dem ärztlichen Dienst interessant. 
 
„Wir freuen uns, wenn die SWD vor allem für geringer verdienende UKD-Beschäftigte ein bezahlbares und hochattraktives Mietangebot machen kann“, sagte SWD-Geschäftsführerin Dr. Eva-Maria Illigen-Günther.  „Die SWD nutzt auch auf ihren anderen Tätigkeitsfeldern alle Chancen, um in der Landeshauptstadt bezahlbaren und vor allem sozial geförderten Wohnraum anzubieten und zu erhalten - das gilt für den Neubau wie für den Bestand. Bisher bieten wir zum Beispiel Seniorenwohnungen an, mit diesem Projekt ermöglichen wir erstmals auch betriebliches Wohnen – mit einer neuen Zielgruppe, aber zu den gleichen Bedingungen wie bei den sonstigen Mietverhältnissen.“

Im UKD arbeiten etwa 1.000 Arbeitskräfte im Bereich der geförderten Wohnungen – vor allem Teilzeitkräfte, Schüler und Praktikanten. In der Einkommenskategorie für preisgedämpfte Wohnungen arbeiten im Klinikum ca. 2.400 Beschäftigte. Zudem können neben den Mitarbeitenden des UKD auch Beschäftigte der Tochtergesellschaften des UKD und der Universität auf die Wohnungen zurückgreifen.

„Als Uniklinik sind wir ein wichtiger Baustein der Versorgung in der Region. Und die Personalgewinnung in Düsseldorf ist eng mit der Verfügbarkeit von Wohnraum verbunden. Daher betreiben wir schon jetzt ca. 380 Personalunterkünfte, Miet- und Dienstwohnungen. Mit dem Projekt in der Witzelstraße kommt noch einmal eine große Anzahl an Wohnungen hinzu – in direkter Nähe zum UKD“, kommentiert Ekkehard Zimmer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Kaufmännischer Direktor des UKD.

 

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