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Palliativmedizinische Angebote auch in Coronazeiten

Kürzlich haben sich das Düsseldorfer Hospizforum und der Runde Tisch Palliative Versorgung zum Düsseldorfer Hospiz- und Palliativforum (DHPF) zusammengeschlossen. Die Mitglieder wollen in der aktuellen Coronakrise insbesondere auch hospizliche und palliativmedizinische Angebote für die Bewohnerinnen und Bewohner der stationären Pflegeeinrichtungen anbieten.

Das Düsseldorfer Hospiz- und Palliativforum ist angetreten, um die palliativmedizinische und hospizliche Versorgung der Düsseldorfer Bürger kontinuierlich zu verbessern. Hierzu arbeiten ambulante Hospizdienste, stationäre Hospize, Palliativstationen, die Teams der allgemeinen und spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (AAPV und SAPV) sowie weitere palliativ engagierte Ärzte und Träger in Düsseldorf an Angeboten und den aktuellen Themen.

"Wenn jemand so schwer erkrankt ist, dass eine Heilung nicht mehr möglich ist, gilt es, die Lebensqualität aufrecht zu erhalten und körperliche und seelische Schmerzen zu lindern. Mit anderen Worten: In dieser Situation ist es manchmal wichtiger, den Tagen mehr Leben als dem Leben mehr Tage zu geben. Das ist die Aufgabe der Palliativversorgung. Ich bin froh darüber, dass sich das Düsseldorfer Hospiz- und Palliativforum so engagiert für die bestmögliche Versorgung und Begleitung der Schwerstkranken einsetzt und auch in Zeiten von Corona und den damit einhergehenden Kontaktsperren neue Angebote entwickelt", sagt Oberbürgermeister Thomas Geisel. Viele verschiedene Berufsgruppen kümmern sich um die individuellen Bedürfnisse der Kranken und ihrer Angehörigen. In der Landeshauptstadt Düsseldorf steht dafür ein professionelles, qualifiziertes Versorgungs- und Unterstützungsangebot zur Verfügung. Die Alten- und Pflegeheime sind ebenfalls dankbar für diese Unterstützung.

Für Patienten, die zu Hause oder in Alten- und Pflegeheimen leben, sind die betreuenden Hausärztinnen und -ärzte die ersten Ansprechpartner. Sie beraten, begleiten und koordinieren die notwendigen diagnostischen, therapeutischen und pflegerischen Maßnahmen. Sie können Palliativärzte und einen Palliativpflegedienst hinzuziehen. Dieser Pflegedienst kann bei Bedarf weitere Unterstützer vermitteln, wie zum Beispiel Seelsorger aus den Weltreligionen oder Sozialarbeiter. Ist eine besonders aufwendige Betreuung notwendig, kann ein Palliative-Care-Team (SAPV-Team), bestehend aus qualifizierten Palliativärzten und Palliativpflegekräften, ins Haus kommen. Hilfreich sind hier auch die Ehrenamtler von ambulanten Hospizdiensten. Sie unterstützen bei der Bewältigung des Alltags und entlasten auch die Angehörigen. Diese Angebote tragen dazu bei, dass die Betroffenen solange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können.

Wenn eine ambulante Behandlung nicht mehr ausreichend ist, kann diese im Krankenhaus auf einer Palliativstation in einer Pflegeeinrichtung oder einem Hospiz fortgesetzt werden. In einem Hospiz sorgt ein Team aus Ärzten, Pflegenden, Therapeuten, Seelsorgern und Ehrenamtlichen rund um die Uhr dafür, dass die Patienten mit möglichst hoher Lebensqualität und so selbstbestimmt wie möglich bis zuletzt leben können.

In Coronazeiten setzt sich das Hopiz- und Palliativforum dafür ein:
- schwersterkrankte Menschen und ihre Familien hospizlich ehrenamtlich zu begleiten sowie palliativmedizinisch und -pflegerisch zu beraten und zu versorgen. Dies erfolgt je nach Bedarf telefonisch, per Videoschaltung sowie persönlich - wenn notwendig mit persönlicher Schutzausrüstung.
- Angehörigen und Bewohnern von stationären Pflegeeinrichtungen in der Zeit von Kontaktsperren als entlastende Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern zur Verfügung zu stehen.
- beratend bei Fragen rund um Patientenverfügungen und den sogenannten "Düsseldorfer Notfallausweis" zur Seite zu stehen. Dabei geht es darum, welche medizinischen Maßnahmen sich eine Person wünscht, die an einer lebenslimitierenden Erkrankung leidet oder schwer an COVID-19 erkrankt ist.
- Trauernde Erwachsene und Kinder zu begleiten, denen es während der Kontakteinschränkungen nicht möglich ist, einen guten Abschied zu schwerstkranken und verstorbenen Menschen zu gestalten.

Düsseldorfer Hospiz- und Palliativforum
Im Düsseldorfer Hospiz- und Palliativforum haben sich Anbieter hospizlicher und palliativmedizinischer Umsorgung in Düsseldorf, Ratingen und Meerbusch zusammengeschlossen: Ökumenische Hospizbewegung Düsseldorf Süd e.V., Ambulanter Hospizdienst und stationäres Hospiz am EVK Düsseldorf, Ökumenische Hospizgruppe Gerresheim e.V., Hospizdienste und stationäres Hospiz des Caritasverbandes Düsseldorf, Hospizverein Düsseldorf Nord e.V., Hospizbewegung Ratingen e.V., Ambulanter Hospizdienst Meerbusch e.V., Kinder- und Jugendhospiz Regenbogenland, Ökumenische Hospizgruppe Kaiserswerth e.V., Ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst Düsseldorf, Stationärer Hospizdienst am Interdisziplinären Zentrum für Palliativmedizin am Uniklinikum Düsseldorf, Ambulanter Hospizdienst der Diakonie Düsseldorf, Praxis für Physiotherapie & Krankengymnastik Bossert & Junggebauer, Albert Schweitzer Apotheke, Pflegedienst "Die Vier", Vertreter der ambulanten Palliativmediziner in Düsseldorf, Palliativstation / spezialisierte ambulante Palliativversorgung im Palliativnetzwerk der Stiftung EVK Düsseldorf, Ambulanz / Konsildienst / Palliativstation / Spezialisierte ambulante Palliativmedizin am Interdisziplinären Zentrum für Palliativmedizin am Uniklinikum Düsseldorf, Palliativstation und Konsildienst der Marien Hospital Düsseldorf GmbH, Kaiserswerther Seminare und Palliativstation am Florence-Nightingale- Krankenhaus.

In einer Pressekonferenz mit Oberbürgermeister Thomas Geisel stellte sich das neu gegründete Hospiz- und Palliativforum vor
© Landeshauptstadt Düsseldorf/Ingo Lammert

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